
60 Jahre Deutsches Kino – Die 90er Jahre
Der deutsche Film hat seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges eine bewegte Zeit hinter sich, auf die im Deutschlandjahr zurückgeschaut werden soll. Jeder zweite Monat ist einem Kino-Jahrzehnt gewidmet, epochen- und stilprägende Filme werden gezeigt, Filme, über die man gesprochen hat, die schockiert und begeistert haben und wegweisend für das deutsche Kino in West und Ostdeutschland waren.
Im September beschäftigen wir uns mit den 90ern, der Zeit der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland mit all ihren Problemen, aber auch eine Periode, die Filme über junge Deutsche, die Erwachsen werden müssen, hervorgebracht hat.
Vorführungen
06.09., 19:30
Deutschland, Deutschland, 1990
Peter Fleischmann
07.09.2010, 19:30
Das Deutsche Kettensägenmassaker, 1990
Christoph Schlingensief
08.09.2010, 19:30
Das Schreckliche Mädchen, 1990
Michael Verhoeven
09.09.2010, 19:30
Ostkreuz, 1991
Michael Klier
10.09.2010, 19:30
Nach Fünf im Urwald, 1995
Hans-Christian Schmid
11.09.2010, 19:30
Jenseits der Stille, 1996
Caroline Link
12.09.2010, 19:30
Lola Rennt, 1998
Tom Tykwer
Ort: Goethe-Institut Hanoi, 56-58 Nguyen Thai Hoc, Hanoi
Karten frei, abzuholen ab 9:00 Uhr am 31.08.2010 im Goethe-Institut Hanoi, Tel: 3 734 22 51/52/53 (Ext. 9)
Deutschland Deutschland
Der Regisseur Peter Fleischmann dokumentiert in seinem Film „Deutschland Deutschland“ die Stimmungen aus West- und Ostdeutschland im ersten Jahr nach dem Fall der Mauer in faszinierenden Momentaufnahmen. Er lässt Arbeiter, Angestellte, Rentner und Arbeitslose zu Wort kommen und hört zu, wie sie die Veränderung empfinden und welche Zukunftsängste sie plagen.
Der Regisseur Peter Fleischmann kommt aus dem Kreis der jungen Wilden, die in den 6oern den Neuen deutschen Film prägen. Seine Filme sind vor allem gesellschaftskritisch und kreisen um das Problem der erzwungenen Anpassung des Einzelnen an eine verständnislose Umgebung. Mit einem Ehrenpreis für sein Gesamtwerk wird er 2010 auf dem Filmfest München ausgezeichnet.
Das Deutsche Kettensägenmassaker
Clara möchte, wie so viele andere ehemalige DDR Bürger, kurz nach dem Mauerfall ihr Glück in Westdeutschland suchen. Sie beseitigt ihren Ehemann und fährt mit ihrem Trabi gen Westen. Unglücklicherweise gerät sie in die Hände einer verrückt gewordenen Metzgerfamilie, die durch den Mauerfall in eine Art Blutrausch verfallen sind und grundlos DDRler auf bestialische Weise tötet.
Das trashige Vergnügen wird verständlich in seinem Kontext: als Trash versteht Schliengensief nämlich auch die deutsche Einheit, als bluttriefenden, kannibalistischen Akt der Einverleibung des Ostens durch den Westen. „Das deutsche Kettensägenmassaker“ ist eine „Abrechnung mit Helmut Kohls Wiedervereinigung“.
Das schreckliche Mädchen
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt die Satire „Das schrecklich Mädchen“ von der Schülerin Sonja, die nach einem gewonnen Aufsatzwettbewerb in einer kleinen bayrischen Stadt, Pfitzing, die Nazivergangenheit ihres Heimatortes aufarbeiten möchte und dabei erleben muss, wie die Stadt sich gegen sie wendet und bekämpft. Doch Sonja lässt sich nicht einschüchtern und stellt sich nicht nur gegen Verwaltung und Mob, sondern muss auch bald feststellen, dass sich ihre Familie und ihre Liebe von ihr abwenden.
Mit dem Film „Das schreckliche Mädchen“ setzt der Regisseur Michael Verhoeven 1990 auf kritische Töne bezüglich der Lage der Nation und dem Unmut der Deutschen, sich mit ihrer eigenen Vergangenheit zu beschäftigen, und wird dafür bei den Berliner Filmfestspielen mit dem Silbernen Löwen belohnt.
Ostkreuz
Berlin zur Wende. Elfie und ihre Mutter flüchten von Ungarn nach Westberlin. Dort wohnen sie in einem trostlosen Containerlager. Ihre Mutter im Westen nun arbeitslos sucht in einer Liebesaffäre Trost und Halt, doch Elfie hält an ihrem Traum von einem besseren Leben im Westen fest und möchte aus dem öden aussichtslosen Randstadtdasein ausbrechen. Das geht jedoch nur auf krummen Wegen und mit kleinen Gaunereien. Als sie eines Tages auf einem ihrer Beutezüge durch die Stadt den gleichgesinnten Edmund kennenlernt und beide sich näherkommen, scheint ein Neubeginn für Elfie in Reichweite.
Regisseur Michael Klier zeigt ohne vorgehaltene Sentimentalitäten die Ausweglosigkeit und Orientierungslosigkeit in einer unwirklichen Stadt zu einer unwirklichen Zeit und schafft dadurch ein Stück dokumentierte Zeitgeschichte.
Nach fünf im Urwald
Zu ihrem 17. Geburtstag schmeißt Anna eine große Party im Haus ihrer spießigen Eltern, doch unerwartet läuft die Party aus dem Ruder. Als die Eltern am nächsten Morgen das Haus verwüstet vorfinden, wird Anna zu Hausarrest verdonnert. Da reißt diese kurzerhand mit der Hilfe von ihrem heimlichen Verehrer Simon von zu Hause aus, um an einem Casting in München teilzunehmen und ihrem großen Traum, als Sängerin Karriere zu machen, ein bisschen näherzukommen. Während Anna und Simon in ein Großstadtabenteuer nach dem anderen verwickelt werden, begeben sich deren Eltern auf die Suche nach den Kinder und finden sich stattdessen in ihre eigene Jugendzeit zurück versetzt, die so gar nicht mit ihrem jetzigen Spießerdasein zusammen passen will.
Die mitreißende Komödie gewann unter anderem den bayrischen Filmpreis und verhalf der nun international bekannten Franka Potente, die zu diesem Zeitpunkt noch Schauspielschülerin war, zu ihrem Durchbruch.
Jenseits der stille
Lara ist die Tochter taubstummer Eltern und beherrscht die Gebärdensprache fließend. Von klein auf weicht das aufgeweckte Mädchen ihren Eltern nicht von der Seite, um ihnen als Übersetzerin zu dienen. Als jedoch Clarissa, die Schwester des Vaters, Lara eine Klarinette schenkt und Lara durch die Liebe zum Klarinetten Spiel die Welt der Musik entdeckt, stößt dies bei den Eltern auf Verständnislosigkeit. Sie fühlen sich, da sie durch ihre Behinderung keinen Zugang zur Musik finden, ausgeschlossen und reagieren verärgert. Zehn Jahre später entschließt sich Lara, nun eine talentierte Klarinettenspielerin, nach Berlin zu ziehen, um am Konservatorium zu studieren und es kommt zu einem heftigen Streit. Und auch als Lara nach dem plötzlichen Tod ihrer Mutter ihren Vater im Elternhaus besucht, scheint es ungewiss, ob Vater und Tochter je wieder zu einander finden können.
Jenseits der Stille ist das Kinodebüt der Oscar-Preisträgerin Caroline Link und ist aufgrund der gleichermaßen einfühlsamen wie humorvollen Bearbeitung einer ungewöhnlichen Thematik herausragend.
Lola Rennt
Lola erhält einen Anruf von ihrem Freund Manni. Der hat nach einem Job für einen Autoschieber 100000 DM verloren. Der Boss der Hehlerbande will sein Geld in 20 Minuten abholen, ansonsten muss Manni mit seinem Leben für den Verlust zahlen.
Lola rennt, rennt los, um Manni zu helfen, das Geld aufzutreiben. Egal wie, egal wo. Aus schierer Verzweiflung überfällt Manni einen Supermarkt und gerade als Lola ihn erreicht und sie gemeinsam flüchten, fällt ein Schuss. Doch in dem Moment, in dem alles zu Ende zu sein scheint, wird die Zeit im Film zurück gedreht. Der Wettlauf mit der Zeit beginnt von vorne. Und wieder rennt Lola los! Können Lola und Manni die zweite Chance des Schicksals nutzen?
Tom Tykwers Film Lola rennt besticht durch Originalität und Experimentierfreudigkeit und lässt dem Zuschauer kaum eine Sekunde zum aufatmen.


KONFERENZ: „Sustainable Forest Development in a Changing Climate“
Die Konferenz „Sustainable Forest Development in a Changing Climate“ am 7. und 8. September 2010 im Melia Hotel Hanoi soll als regionales Forum dem Erfahrungsaustausch zu nachhaltiger Forstentwicklung im Kontext der Auswirkungen des Klimawandels dienen. Die Konferenz richtet sich an Entscheidungsträger in den Regierungen, Ministerien und Behörden, aber auch an bi- und multilaterale Geber, Forschungsinstitute, UN-Organisationen sowie Akteure aus der Zivil- und Privatwirtschaft.
Die Waldfläche Vietnams hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg halbiert. Ho Chi Minh erklärte in den 50er Jahren die Wiederaufforstung zu einem wichtigen Ziel. Aber im Vietnamkrieg fielen 2,5 Millionen Hektar Wald Napalm und Agent Orange zum Opfer, der Wirtschaftsboom seit Mitte der 80er Jahre kostete die gleiche Fläche.
Die deutsch-vietnamesische Entwicklungszusammenarbeit hat reagiert und — mit großem Erfolg — den Umwelt- und Ressourcenschutz zum Schwerpunkt gemacht. Die Zusammenarbeit umfasst die drängenden Umweltthemen der Stadtentwicklung und die vorrangigen Umweltfragen auf dem Land ebenso wie die nachhaltige Forstentwicklung zum Schutz der Boden- und Wasserressourcen und der Biodiversität.
Weitere Informationen über die Forstkonferenz können auf der folgenden Website abgerufen werden:
http://www.vietnamese-german-forestry-conference-2010.vn
07. - 08.09.2010
Meliã Hanoi Hotel
Hanoi
Eine gemeinsame Veranstaltung des Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung und der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, realisiert von der KfW Entwicklungsbank.

Vietnam ist laut den jüngsten Berichten des „Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC“ und der Weltbank weltweit eines derjenigen Länder, das am stärksten von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Der Klimawandel ist kein Ergebnis ferner Zukunft, sondern bereits heute Realität und äußert sich unter anderem in einer signifikanten Zunahme von extremen Wetterereignissen und Überflutungen. Die mit dem Klimawandel einhergehenden Gefahren stellen auch die beiden Metropolen Ho Chi Minh City und Hanoi vor besondere Herausforderungen für nachhaltige Stadtentwicklung.
Im Rahmen der Tagung wird von einem interdisziplinär zusammengesetzten Expertenkreis die Ausgangssituation wissenschaftlich analysiert und in einem weiteren Schritt lösungsorientiert diskutiert. Die Veranstaltung wird von Dr. Michael Waibel koordiniert, der unter anderem Mitglied im Forschungsverbundprojekt „Integrative Adaption Planning Framework for Climate Change in the Urban Environment of Ho Chi Minh City“ ist, welches vom deutschen Bildungs- und Forschungsministerium seit 2008 gefördert wird.
Eine Veranstaltung des Goethe-Institut Vietnam.


Die Stuttgarter Büros Behnisch Architekten und Transsolar ClimateEngineering verbindet eine langjährige Zusammenarbeit in vielen internationalen Projekten auf dem Gebiet der nachhaltigen und verantwortungsbewussten Architektur. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten ist die Überzeugung, dass eine hochwertig gebaute Umwelt und eine Verbesserung des Lebensraumes unter Sicherung natürlicher Ressourcen möglich ist.
Die in Kooperation mit dem Institut für Auslandsbeziehungen und dem Architekturforum Aedes entstandene Ausstellung versucht, den Begriff der Nachhaltigkeit von einer rein quantitativen Betrachtung zu lösen und seine vielfältigen qualitativen Aspekte zur Geltung zu bringen. Anhand gemeinsamer wie auch unabhängig bearbeiteter Projekte der beiden Büros werden Ergebnisse und Zukunfts-perspektiven des Themas untersucht und dargestellt.
In der Gestaltung der Ausstellung orientiert sich der Kurator Frank Ockert an der sinnlichen Wahrnehmung des Menschen, um so zu veranschaulichen, dass ein sensibler und verantwortungsbewusster Umgang mit der gebauten Umwelt nicht nur Experten, sondern jeden Einzelnen betrifft.
15.- 23.09.2010, Hanoi + 12.-19.10.2010, HCMC
Eine Veranstaltung des Goethe-Institut Vietnam.


Im Rahmen des Projektes, welches städtische Transportsysteme in Vietnam und Deutschland vergleichend analysiert, um nachhaltige Problemlösungen zu entwickeln, findet am Montag und Dienstag, den 20./21. September 2010 an dem Transport Development and Strategy Institute, 162 Tran Quang Khai Str., von 8.00 -17.30 (Mo.) und 8.30-12.00 Uhr (Di.) eine interdisziplinäre Tagung statt. Mit Partnern vor Ort in Hanoi, dem Transport Development and Strategy Institute und der University of Transport sowie den Universitäten Hamburg, Hildesheim und Hagen, der Hochschule Bremen, Künstlern aus beiden Ländern, sowie dem Verkehrsclub Deutschland leitet die Tagung ein Programm ein, das über Follow-up Workshops in Bremen, Exkursionen zu ausgewählten Best Practice Beispielen, Publikation und Dokumentation der Tagungsbeiträge dann in Deutschland fortgesetzt werden wird. Das Projekt wird von Prof. Dr. Hans-Heinrich Bass an der Hochschule Bremen, Faculty of Business and Economics, Institute for Transport and Development geleitet.
http://www.deutschland-in-vietnam.de/html_uploads/daten/Final_Agenda.doc